Bericht von Johanna Reidt über ihre Erfahrungen mit Vonovia

Erfahrungen mit Vonovia

In Steilshoop wohne ich seit über ca. 20 Jahren. Die Wohnungen sind Eigentum der GAGFAH. Seit etwa 2016 werden sie von der VONOVIA verwaltet, der die GAGFAH seit 2015 gehört. Seither haben wir oft Ärger.

Jarrestraße

The point of using dummy text for your paragraph is that it has a more-or-less normal distribution of letters. making it look like readable English.

2016 kündigte die VONOVIA an, die Gebäude zu modernisieren – neue Fenster, Außendämmung, neue Steigleitungen, neue Hauseingänge und anderes. Uns wurde eine drastische Mieterhöhung angekündigt, bei mir um ca. 40 %. Viele der Maßnahmen konnte man wirklich nicht als Modernisierung bezeichnen. Zum Beispiel war die Erneuerung der ca. 40 Jahre alten Holzfenster einfach eine längst fällige Instandsetzung. Außerdem brachte die Dämmung auf unseren dicken Ziegelwänden wenig Energieeinsparung.


Im Frühjahr 2017 gründeten viele der Mieter aus Empörung die Mieterinitiative Steilshoop. Wir protestierten gegen die drohenden Mieterhöhungen mit einer Unterschriftensammlung und legten sie dem Wohnbereichsleiter von VONOVIA vor – ohne nennenswerten Erfolg. Über den Mieterverein bauten wir dann Kontakt zu Medien auf. Wir hatten viel Resonanz. Die Presse veröffentlichte Artikel über die Missstände hier, auch mehrere Radio- und Fernsehsender berichteten – unter anderem der NDR, RTL, Spiegel-TV, ZDF (Panorama) und ARD (Hart aber fair). Auch beteiligten wir uns am Mieten-Move.


Mit den Mitarbeitern von VONOVIA gab es immer wieder Gespräche, ohne das sich viel änderte. Einmal boten sie mir in einem Gespräch eine andere Wohnung an, aber ich wollte nicht umziehen – hier habe ich mein soziales Umfeld, schaue ich ins Grüne, bin schnell am Bramfelder See, habe meine langjährigen Nachbarn und Freunde.


Für die Modernisierungsarbeiten wurde das Haus eingerüstet. Metallteile der Balkone wurden abgeflext und Wände und Boden gesandstrahlt. Als ich eines Tages nach Hause kam, waren die neuen Balkonfenster mit Pappen zugestellt, um sie gegen die Sandstrahlen zu schützen. Trotzdem gab es leider Schäden an den Scheiben – lauter kleine Vertiefungen im Glas. Wenn ich danach aus den Fenstern schaute, wirkte das wie Schmutz, so als wenn die Scheiben nicht geputzt worden wären. Es dauerte mehrere Jahre, bis sie ersetzt wurden.


Außerdem gab es bei den Arbeiten an meinem Balkon Pfusch an den beiden Wasserspeiern. Sie sind so hoch angebracht, dass das Regenwasser nicht nach außen abläuft, sondern in den Balkon in Richtung Fenster. Das habe ich ebenfalls bei VONOVIA moniert, aber der Fehler wurde nie beseitigt.

Mieterinitiative Steilshoop

Bei anderen Schäden reagierte VONOVIA aber durchaus. Als verschiedene Mieter sich über Schimmelbildung beklagten, wurde das relativ schnell behoben. Dies hing vielleicht auch mit den Berichten in den Medien zusammen.

Weiteren Ärger gibt es seit vielen Jahren mit den Betriebs- und Heizkostenabrechnungen. Beim ersten Mal machte VONOVIA einen Rückzieher, als der Mieterverein sich auf unsere Initiative bei ihr beschwerte. Angeblich gab es eine Verwechslung von Daten mit einem Gebäude im Ruhrgebiet. Einige Zeit später verlangte die VONOVIA erneut hohe Nachzahlungen. Ich hatte vorher nie große Differenzbeträge bei den Jahresabrechnungen gehabt. Jetzt sollte ich plötzlich etwa 200 € nachzahlen. Bei den Nachbarn war es ähnlich. Es meldeten sich, glaube ich, 300-400 Vonovia-Mieter deswegen. Der Mieterverein riet uns zunächst, die Forderung nicht zu zahlen. Natürlich hagelte es dann Mahnungen. Die VONOVIA unterstellte uns Mietschulden und drohte mit weiteren rechtlichen Schritten, die noch höhere Kosten verursachen würden. In den näch­sten Mahnstufen wurde der Ton dann noch schärfer.

Meistens dauerte es lange, bis Missstände beseitigt wurden. Über ein Jahr lang lebten wir auf einer Baustelle. In den Treppenhäusern hingen noch lange Zeit Kabel aus den Wänden, weil Fluchtbeschilderungen und Notbeleuchtungen fehlten. Die Mängel auf meinem Balkon sind immer noch nicht behoben.Man muss ziemlich gute Nerven haben, um das alles durchzustehen. Ich kann nur empfehlen, bei Bauarbeiten ein Tagebuch zu führen und zu dokumentieren und Beschwerden schriftlich an Vonovia sowie den Mietervereinen zu schicken. Ohne unsere Mieterinitiative und die Unterstützung durch den Mieterverein hätten bestimmt noch mehr Betroffene aufgegeben und gezahlt.

Bericht von Johanna Reidt über ihre Erfahrungen mit VONOVIA